Immer mehr Anbieter versprechen, die Sichtbarkeit Ihrer Marke in ChatGPT, Perplexity, Gemini und Claude zu messen. Was dabei tatsächlich gemessen wird, unterscheidet sich stark: welche KI-Systeme, mit welchen Fragen, wie oft und ob Sie die Antworten selbst nachlesen können. Dieser Artikel zeigt, worauf Sie vor dem Kauf achten sollten, wie Sie die Messung selbst durchführen und wo die Grenzen jeder Messung liegen, auch bei unserem eigenen Report. Stand: Oktober 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- KI-Sichtbarkeit lässt sich nur als Stichprobe messen: Antworten schwanken von Anfrage zu Anfrage. Eine einzelne Antwort belegt weder Erfolg noch Misserfolg.
- Prüfen Sie bei jedem Anbieter: Welche Systeme werden abgefragt, mit aktivierter Websuche, mit welchen Fragen, wie oft, und sind die Rohantworten einsehbar?
- Ein Wert ohne Rohdaten ist nicht überprüfbar. Seriöse Anbieter zeigen, welche Frage welche Antwort ergab.
- Eine Verbesserung versprechen kann niemand. Google nennt für seine KI-Funktionen keine Anforderungen über die normale Suchoptimierung hinaus.
- Sie können die Grundmessung selbst in etwa 30 Minuten durchführen.
Was sollte ein GEO-Tool überhaupt messen?
Die Kernfrage lautet: Kommt meine Marke oder meine Website in den Antworten vor, wenn ein Kunde eine Frage stellt, ohne meinen Namen zu kennen? Das ist ein anderes Messproblem als ein Ranking bei Google. Eine Trefferliste ist relativ stabil und hat Positionen. Eine KI-Antwort wird jedes Mal neu formuliert, nennt wenige Quellen und ist ohne Nennung für diese Anfrage unsichtbar.
Gemessen werden sollten daher mindestens:
- Nennung: Wird Ihre Marke im Antworttext genannt?
- Quelle: Wird Ihre Domain als Quelle verlinkt oder zitiert?
- Wettbewerber: Wer wird stattdessen genannt? Das ist oft die nützlichste Information.
- Verlauf: Wie verändern sich die Werte über Wochen und Monate?
Worin unterscheiden sich GEO-Tools?
Diese Kriterien sollten Sie bei jedem Angebot abfragen. Sie sind unsere Empfehlung, kein offizieller Standard.
| Kriterium | Warum es zählt |
|---|---|
| Welche KI-Systeme? | Nutzer verteilen sich auf mehrere Systeme. Ein Tool, das nur eines abfragt, zeigt nur einen Ausschnitt. |
| Mit Websuche? | Antworten mit und ohne aktuelle Websuche können sich unterscheiden. Für die Frage „Werde ich empfohlen?“ ist die Version mit Websuche die relevante, weil nur sie aktuelle Quellen heranzieht. |
| Welche Fragen? | Fragen, die den Markennamen enthalten, messen Bekanntheit, nicht Auffindbarkeit. Wählbar oder nachvollziehbar sollten die Fragen sein. |
| Wie viele Fragen und Wiederholungen? | Je weniger, desto größer der Zufall. Fragen Sie nach dem Stichprobenumfang. |
| Rohantworten einsehbar? | Nur damit können Sie prüfen, ob eine „Nennung“ wirklich eine ist und wie die Antwort lautet. |
| Ziel: Messung oder Maßnahmen? | Manche liefern nur Zahlen. Nützlicher ist eine Verbindung zu konkreten, prüfbaren Ursachen wie Crawler-Zugang oder Entitäts-Signalen. |
| Preismodell | Einmalig oder Abo? Ein monatliches Abo lohnt, wenn Sie den Verlauf tatsächlich nutzen. |
Auch klassische SEO-Suiten ergänzen ihr Angebot um KI-Funktionen. Semrush etwa führt seine Tarife inzwischen unter der Bezeichnung „SEO + AI Search“. Was dort im Einzelnen enthalten ist, sollten Sie in der Tarifbeschreibung prüfen und mit den Kriterien oben abgleichen.
Warum täuschen Einzelwerte?
Die Antworten von KI-Systemen sind nicht festgelegt. Dieselbe Frage kann heute eine andere Marke nennen als morgen. Ein Anbieter, der „Ihr Sichtbarkeitsscore beträgt 63“ ausweist, ohne zu sagen, auf wie vielen Antworten das beruht, vermittelt eine Genauigkeit, die es nicht gibt. Aussagekräftiger sind Rohdaten je Frage und KI-System sowie die Entwicklung über mehrere Messungen.
Nicht belegt ist außerdem, nach welchen Kriterien die Systeme ihre Quellen wählen. In den geprüften Dokumentationen von OpenAI, Perplexity und Google findet sich keine Liste von Auswahlkriterien. Belegt sind nur Voraussetzungen, zum Beispiel dass der Crawler eines KI-Suchdienstes Ihre Seiten lesen darf. Wer Ihnen eine Garantie oder eine „Formel“ für die Nennung verkauft, verkauft etwas, das sich nicht belegen lässt. Welche Maßnahmen tatsächlich belegt sind, steht im Artikel KI-Sichtbarkeit verbessern.
Wie können Sie selbst messen? (30 Minuten)
- Fragen sammeln: Schreiben Sie 8 bis 10 Fragen auf, die ein Kunde stellen würde, ohne Ihren Firmennamen: „Welche Steuerberatung in Augsburg ist auf Ärzte spezialisiert?“ Nehmen Sie die Formulierungen aus echten Kundenanfragen.
- Systeme wählen: ChatGPT, Claude, Perplexity und Gemini, jeweils mit aktivierter Websuche.
- Abfragen und festhalten: Stellen Sie jede Frage und notieren Sie in einer Tabelle (Frage × System), ob Ihre Marke genannt wird, ob Ihre Website als Quelle erscheint und wer stattdessen genannt wird. Speichern Sie die Antworten als Text oder Screenshot.
- Wiederholen: Einmal im Monat, mit denselben Fragen. Erst der Verlauf sagt etwas.
- Ursachen prüfen: Dürfen die KI-Crawler Ihre Website lesen? Das zeigt der kostenlose KI-Crawler-Check; Hintergründe stehen im Artikel robots.txt für KI-Crawler.
Das ist eine Stichprobe, keine Statistik, aber sie ist ehrlicher als ein einzelner Score.
Was misst der seonautik-Report, und was nicht?
Der KI-Sichtbarkeits-Check formuliert aus den Inhalten Ihrer Website 8 bis 10 Kundenfragen (ohne Markennamen, bis auf eine Frage nach Erfahrungen mit Ihnen) und stellt jede an ChatGPT, Claude, Perplexity und Gemini, jeweils mit aktueller Websuche. Gemessen wird, ob Ihre Marke genannt oder Ihre Domain als Quelle zitiert wird. Der Report zeigt die Rohdaten je Frage und System als Heatmap sowie die Wettbewerber, die stattdessen genannt werden, und prüft die technischen Voraussetzungen wie KI-Crawler-Zugang, llms.txt und Entitäts-Signale. Das Vorgehen ist auf der Seite Methodik beschrieben.
Die Grenzen nennen wir selbst:
- Stichprobe eines Tages: Das Ergebnis ist eine Momentaufnahme. Wer den Verlauf braucht, nutzt das Monitoring (29 € pro Monat, monatlich kündbar).
- Keine Garantie: Der Report zeigt, wo Sie stehen und welche Voraussetzungen fehlen. Eine Nennung in KI-Antworten garantiert er nicht.
- Fragen sind generiert: Sie werden aus Ihrer Website abgeleitet. Eigene, besser passende Fragen sind für Ihre Selbstmessung oft die bessere Basis.
- Keine Umsetzung: Die Maßnahmen setzen Sie oder ein Dienstleister um.
Der KI-Sichtbarkeits-Check kostet 59 € einmalig und enthält den SEO-Basis-Check.
Häufige Fragen
Was ist ein GEO-Tool?
Ein Werkzeug, das misst, ob und wie Ihre Marke in Antworten generativer KI-Systeme (ChatGPT, Gemini, Perplexity, Claude) vorkommt. GEO steht für Generative Engine Optimization. Der Begriff ist keine offizielle Disziplin eines Suchanbieters.
Wie zuverlässig sind KI-Sichtbarkeits-Scores?
Nur so zuverlässig wie die Stichprobe dahinter. Da KI-Antworten schwanken, sind einzelne Scores wenig belastbar. Achten Sie auf Rohdaten, Wiederholungen und den Verlauf.
Muss ich für KI-Sichtbarkeit ein Abo abschließen?
Nein. Eine einmalige Messung zeigt den Ausgangspunkt. Ein monatliches Abo oder Monitoring ist sinnvoll, wenn Sie Maßnahmen umsetzen und deren Wirkung über Monate beobachten wollen.
Reicht es, selbst ChatGPT zu fragen?
Für eine erste Einschätzung ja. Fragen Sie ohne Markennamen, mit Websuche, in mehreren Systemen und wiederholt. Eine einzelne Antwort in einem System sagt wenig.
Kann ein Anbieter meine Nennung in KI-Antworten garantieren?
Nein. Es gibt keine Einstellung und keinen Dienstleister, der das sicher bewirken kann. Sie können Hindernisse beseitigen und die Qualität Ihrer Inhalte und Unternehmensdaten verbessern; das Ergebnis bleibt schwankend.
Quellen
- Google Search Central: Optimizing your website for generative AI features on Google Search – keine Zusatzanforderungen über normale Suchoptimierung hinaus; abgerufen am 2026-10-07
- OpenAI: Overview of OpenAI crawlers – OAI-SearchBot und Sichtbarkeit in ChatGPT-Suchantworten; abgerufen am 2026-10-07
- Perplexity: Perplexity Crawlers – Zweck von PerplexityBot; abgerufen am 2026-10-07
- Semrush: Pricing – Tarifbezeichnung „SEO + AI Search“; abgerufen am 2026-10-08