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SEO

SEO-Audit Checkliste für kleine Unternehmen: Das sollten Sie prüfen

Stand 7. Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit · That Works Media UG (haftungsbeschränkt)

Ein SEO-Audit für ein kleines Unternehmen lässt sich mit Browser, Google Search Console und PageSpeed Insights selbst durchführen. Prüfen Sie der Reihe nach sechs Bereiche: Technik, Inhalte, Ladezeit, Sichtbarkeit und Vertrauen, rechtliche Basics in der DACH-Region und KI-Sichtbarkeit. Beginnen Sie mit allem, was Seiten aus dem Index halten kann, denn ohne Indexierung hilft keine andere Maßnahme bei Google. Stand: Oktober 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Fehler, die Indexierung verhindern (Sperren in der robots.txt, noindex, Serverfehler), haben Vorrang vor allem anderen.
  • Google nennt für gute Nutzererfahrung drei Messwerte: LCP bis 2,5 Sekunden, INP bis 200 Millisekunden, CLS bis 0,1, gemessen am 75. Perzentil der Seitenaufrufe.
  • Impressum und Datenschutzerklärung sind Pflichtbestandteile einer geschäftlichen Website und lassen sich in Minuten prüfen.
  • Die kostenlosen Google-Werkzeuge reichen für einen soliden Selbst-Check. Eine Fachperson lohnt sich bei Relaunch, Domainwechsel, plötzlichem Sichtbarkeitseinbruch oder Rechtsfragen.

Welche Tools brauchen Sie?

  • Browser: Quelltext mit Strg + U, Entwicklerwerkzeuge mit F12.
  • Google Search Console: kostenlos; zeigt Indexierung, Suchanfragen und Fehler.
  • PageSpeed Insights: zeigt Feld- und Labordaten. Felddaten bilden laut Google reale Nutzererfahrung der vergangenen 28 Tage ab; Labordaten eignen sich für die Fehlersuche.

Bereich 1: Technik

  1. HTTPS: Die Seite läuft komplett über HTTPS, http:// leitet per 301 auf https:// um, und es gibt keine „gemischten Inhalte“ (HTTP-Ressourcen auf HTTPS-Seiten).
  2. robots.txt: Rufen Sie ihre-domain.de/robots.txt auf. Steht dort Disallow: / unter User-agent: *, ist die Seite für alle regelkonformen Crawler gesperrt.
  3. Kein versehentliches noindex: Suchen Sie im Quelltext nach noindex. Bei WordPress erzeugt die Option „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren“ seit Version 5.3 ein noindex-Meta-Tag. Blockiert die robots.txt die Seite, kann der Crawler das noindex nicht lesen.
  4. Indexierung in der Search Console: Der Bericht „Seitenindexierung“ nennt Gründe wie „durch robots.txt blockiert“, „noindex“, Serverfehler (5xx), 404 oder Weiterleitungen. Nicht jede nicht indexierte Seite ist ein Problem; Duplikate dürfen draußen bleiben.
  5. Mobile Darstellung: Google nutzt für Indexierung und Ranking die Mobilversion. Sie sollte denselben Inhalt wie die Desktop-Version haben, einschließlich Titel, Beschreibungen und strukturierter Daten.
  6. Sitemap: Bei kleinen Websites mit guter interner Verlinkung nicht zwingend, laut Google aber meist nützlich.

Bereich 2: Inhalte und Onpage

  1. Eigener Titel je Seite: Google empfiehlt für jede Seite ein <title>-Element, beschreibend und prägnant, ohne gleichlautenden Text auf mehreren Seiten und ohne Keyword-Wiederholungen. Prüfen Sie es im Quelltext oder in den Browser-Tabs.
  2. Meta-Beschreibung: Google nutzt sie manchmal als Snippet, wenn sie die Seite treffender beschreibt als der Seitentext. Schreiben Sie sie pro Seite eigenständig und kurz.
  3. Klare Überschriften: Eine Hauptüberschrift, darunter gegliederte Zwischenüberschriften. Google zieht Überschriften auch heran, um Titel zu bestimmen.
  4. Beantwortet die Seite die Frage? Lesen Sie jede wichtige Seite aus Kundensicht: Was biete ich an, für wen, wo, wie läuft es ab, was kostet es grob? Google rät zu Inhalten, die nicht nur wiederholen, was andere schon gesagt haben.
  5. Doppelte oder dünne Seiten: Mehrere Seiten, die nur Suchvarianten abdecken sollen, können laut Google gegen die Richtlinie zu skaliertem Content-Missbrauch verstoßen.
  6. Interne Verlinkung: Alle wichtigen Seiten sollten von der Startseite aus erreichbar sein.

Bereich 3: Ladezeit

Google nennt als empfohlene Ziele, jeweils am 75. Perzentil der Seitenaufrufe, getrennt nach Mobil und Desktop:

Messwert Bedeutung „Gut“
LCP (Largest Contentful Paint) Ladezeit des größten sichtbaren Elements bis 2,5 Sekunden
INP (Interaction to Next Paint) Reaktionszeit auf Interaktionen bis 200 Millisekunden
CLS (Cumulative Layout Shift) ungeplante Layoutverschiebungen bis 0,1

So prüfen Sie es:

  1. Felddaten zuerst: Geben Sie die Adresse in PageSpeed Insights ein und lesen Sie die Werte für Mobil und Desktop. Fehlen Felddaten, nutzen Sie die Labordaten.
  2. Bilder: Sind die größten Bilder verkleinert und komprimiert? Das größte sichtbare Element bestimmt häufig den LCP.
  3. Skripte: Laden viele Drittanbieter-Skripte, etwa für Chat, Tracking oder Karten? Entfernen Sie, was Sie nicht brauchen.
  4. Layoutsprünge: Haben Bilder und Banner feste Größen, damit nichts beim Laden springt?
  5. Schriften: Laden Google-Schriften von fremden Servern, hosten Sie sie lokal, siehe Google Fonts lokal einbinden.

Bereich 4: Sichtbarkeit und Vertrauen

  1. Google-Unternehmensprofil: vorhanden, bestätigt, mit korrekten Öffnungszeiten, Kategorie und Adresse. Wer Kunden nicht am Firmensitz empfängt, kann die Adresse ausblenden und ein Einzugsgebiet angeben.
  2. Einheitliche Stammdaten: Name, Adresse und Telefonnummer auf Website, Impressum, Profil und Verzeichnissen identisch.
  3. Über-uns- und Kontaktseite: Wer steckt dahinter, mit Namen, Ort und Erreichbarkeit.
  4. Suche nach Ihrem Firmennamen: Googeln Sie „Firmenname Ort“ und prüfen Sie, ob Ihre Seite und Ihr Profil erscheinen und die Daten stimmen.
  5. Echte Erwähnungen und Bewertungen: Verbände, Kammern, regionale Verzeichnisse, Kundenstimmen. Kaufen Sie keine Erwähnungen; Google bezeichnet das Streben nach unechten Erwähnungen als weniger hilfreich, als es scheint.
  6. Organization-Markup (optional): Es kann Google nach eigenen Angaben helfen, Ihre Organisation zu verstehen.

Bereich 5: Recht in der DACH-Region

Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.

  1. Impressum: Auf jeder Seite verlinkt und vollständig; Details im Artikel Impressum-Pflichtangaben nach § 5 DDG.
  2. Datenschutzerklärung: vorhanden, aktuell, ebenso leicht erreichbar wie das Impressum.
  3. Google Fonts und andere Drittanbieter: Prüfen Sie im Netzwerk-Tab, welche Domains außer Ihrer eigenen angesprochen werden. Google Fonts lassen sich lokal hosten.
  4. Tracking und Cookies: Tools, für die eine Einwilligung nötig ist, dürfen nicht vor der Zustimmung laden. Ob und wann das bei Ihnen der Fall ist, klären Sie mit fachkundiger Beratung.
  5. Österreich und Schweiz: Dort gelten eigene Regeln, etwa das ECG in Österreich und das UWG in der Schweiz. Wenn Sie dorthin verkaufen, prüfen Sie diese gesondert.

Bereich 6: KI-Sichtbarkeit

  1. KI-Crawler: Prüfen Sie die robots.txt auf Regeln für GPTBot, OAI-SearchBot, PerplexityBot und ClaudeBot, siehe robots.txt für KI-Crawler.
  2. Bot-Schutz: Firewall oder CDN dürfen die Such-Crawler nicht abweisen.
  3. Text im HTML: Wichtige Aussagen stehen im Quelltext, nicht erst nach dem Laden von Skripten.
  4. Echte Kundenfragen testen: Stellen Sie fünf bis zehn Fragen Ihrer Kunden ohne Firmennamen in ChatGPT, Perplexity und Gemini und notieren Sie, wer genannt wird. Wiederholen Sie das monatlich; einzelne Antworten schwanken.
  5. Search Console: Dort gibt es einen Bericht zur Leistung bei generativer KI. Mehr dazu in KI-Sichtbarkeit verbessern.

Was zuerst, was später?

  1. Sofort: noindex, robots.txt-Sperren, Serverfehler, fehlendes HTTPS. Solange Seiten nicht indexierbar sind, hilft für Google sonst nichts.
  2. Diese Woche: Impressum und Datenschutzerklärung, mobile Darstellung, Google Fonts, KI-Crawler in der robots.txt.
  3. Dieser Monat: eigene Titel und Beschreibungen, überarbeitete Kernseiten, Unternehmensprofil, Stammdaten.
  4. Laufend: Ladezeit verbessern, Inhalte ergänzen, Erwähnungen aufbauen, KI-Abfragen wiederholen.

Wann lohnt sich ein Tool, wann eine Fachperson?

Für die Basis genügen kostenlose Google-Werkzeuge. Der kostenlose Kurz-Check von seonautik prüft die Startseite in etwa 30 Sekunden auf KI-Crawler, HTTPS, mobile Darstellung, Impressum und Google Fonts. Der kostenpflichtige Report misst weitere Prüfpunkte in sechs Bereichen und stellt 8 bis 10 Kundenfragen an ChatGPT, Perplexity und Gemini; die Bewertung ist auf der Seite Methodik offengelegt.

Eine Fachperson lohnt sich bei Relaunch oder Domainwechsel, komplexen JavaScript-Anwendungen, plötzlichem Sichtbarkeitseinbruch, Rechtsfragen (Anwalt) und wenn Ihnen die Zeit für regelmäßige Pflege fehlt.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich ein SEO-Audit durchführen?

Eine Grundprüfung einmal pro Quartal und nach größeren Änderungen an Website, Theme oder Hosting ist ein praktikabler Rhythmus. Prüfen Sie die Search Console zusätzlich auf Fehlermeldungen.

Welche Core-Web-Vitals-Werte gelten als gut?

Laut web.dev sollten LCP bei höchstens 2,5 Sekunden, INP bei höchstens 200 Millisekunden und CLS bei höchstens 0,1 liegen, jeweils am 75. Perzentil der Seitenaufrufe. Eine Seite besteht, wenn sie alle drei Werte erreicht.

Warum wird meine Seite nicht bei Google gefunden?

Prüfen Sie zuerst Indexierungssperren: robots.txt, noindex, Serverfehler. Der Bericht „Seitenindexierung“ in der Search Console nennt die Ursachen. Eine Seite kann zudem indexiert sein, aber schlecht ranken; das ist eine inhaltliche Frage.

Muss ich für KI-Sichtbarkeit etwas anderes tun als für SEO?

Zusätzlich sollten Sie prüfen, ob KI-Crawler zugelassen sind und ob Ihre Unternehmensdaten außerhalb Ihrer Website eindeutig auffindbar sind. Google selbst sagt, dass für seine KI-Funktionen keine zusätzlichen Anforderungen über die Suchanforderungen hinaus gelten.

Quellen