Wer einen Handwerker braucht, hat meist ein konkretes Problem und wenig Zeit: Der Wasserhahn tropft, die Heizung fällt aus, das Dach soll neu gedeckt werden. Solche Anliegen tippen Kunden zunehmend in einen KI-Assistenten ein, oft mit Ort und mit der Bitte um Empfehlungen. Ob Ihr Betrieb genannt wird, entscheidet sich an Ihrer Website: Ist erkennbar, was Sie machen, wo Sie arbeiten, wie man Sie erreicht und was es ungefähr kostet?
Wie Kunden fragen
Setzen Sie Ihr Gewerk und Ihren Ort ein:
- Welcher Elektriker in [Stadt] kommt auch kurzfristig?
- Heizungsbauer in [Region] für den Austausch einer Gasheizung
- Was kostet ein neues Dach für ein Einfamilienhaus und wer deckt in [Stadt]?
- Sanitär-Notdienst in [Stadt] heute Abend
- Welcher Handwerker in [Region] baut Wärmepumpen ein und hilft bei der Förderung?
- Malerbetrieb in [Stadt] für Wohnungsrenovierung vor dem Auszug
- Tischler in der Nähe für Einbauschränke nach Maß
- Woran erkenne ich einen guten Handwerker in [Stadt]?
Drei Muster fallen auf: der Notfall (Fragen 1 und 4), die Planung mit Kostenfrage (3 und 5) und die Auswahlfrage (8). Für jedes Muster braucht Ihre Website eigene Inhalte.
Was Ihre Betriebs-Website enthalten sollte
Einsatzgebiet ausdrücklich. „Wir sind für Sie da“ sagt einer KI nichts. Nennen Sie die Orte oder Postleitzahlen, in denen Sie arbeiten, und wie weit die Anfahrt reicht. Das beantwortet die Ortsfrage, mit der fast jede Suche beginnt.
Eine Seite je Leistung. „Heizungsaustausch“, „Wärmepumpe“, „Badsanierung“ oder „Dachsanierung“ je als eigene Seite mit Ablauf, Dauer, typischen Fragen und Referenzen. Eine Seite, die zwanzig Leistungen in einer Liste nennt, beantwortet keine davon.
Notdienst und Erreichbarkeit als Text. Telefonnummer, Zeiten, Notdienstregelung und Anfahrt gehören als lesbarer Text auf die Seite. Eine Nummer, die nur in einem Bild steht, kann niemand zitieren.
Preisorientierung. Niemand erwartet einen Festpreis für ein ganzes Dach im Netz. Aber „Ein Tausch der Heizkörperventile kostet bei uns ab …“ oder „Eine Badsanierung beginnt bei uns typischerweise bei …“ ist genau die Information, nach der gefragt wird. Wer Preise nennt, beantwortet die Frage, die tatsächlich gestellt wird.
Nachweise und Referenzen. Meisterbetrieb, Innungsmitgliedschaft, Zertifizierungen und konkrete Referenzen mit Ort und Art des Auftrags sind Belege. Nennen Sie sie mit Namen und Datum, nicht als Schlagwort, und führen Sie nur an, was auf Ihren Betrieb tatsächlich zutrifft: Irreführende Angaben über Qualifikationen sind wettbewerbswidrig. Die zuständige Handwerkskammer und gegebenenfalls die Eintragung in die Handwerksrolle gehören je nach Gewerk ins Impressum; welche Angaben für Ihr Gewerk Pflicht sind, hängt vom Beruf ab, klären Sie das mit Ihrer Kammer (Quellen unten).
Förderung erklären. Fragen wie die zur Wärmepumpe verbinden Handwerk und Förderung. Eine Seite, die nüchtern erklärt, welche Schritte Sie übernehmen und welche der Kunde selbst erledigen muss, deckt diese Fragen ab. Verweisen Sie für die Förderbedingungen auf die offiziellen Stellen und nennen Sie das Datum des Stands.
Warnung vor Ortsseiten-Massenware
Naheliegend ist, für jeden Ort eine eigene Seite anzulegen, in der nur der Ortsname ausgetauscht wird. Solche Seiten sind für Leser wertlos und für Suchsysteme erkennbar austauschbar. Besser sind wenige Seiten, die für einen Ort tatsächlich etwas Eigenes enthalten: ein Auftrag in dieser Stadt, eine typische Bauweise vor Ort, Wege und Zeiten.
Typische Lücken
- Telefonnummer oder Adresse nur im Logo oder als Bild.
- Eine Seite „Leistungen“ mit Stichworten statt je einer Seite pro Leistung.
- Der Einzugsbereich fehlt, oder der Ortsname steht nur im Firmennamen.
- Fotos ohne Beschreibung und ohne Ortsbezug.
- Bewertungen stehen nur auf Portalen, und auf der Website gibt es nicht einmal einen Hinweis darauf.
- Eine veraltete Website: Dienstleistungen, die es nicht mehr gibt, Preise von früher.
Selbsttest in 30 Minuten
- Wählen Sie fünf der obigen Fragen und passen Sie Gewerk und Ort an.
- Stellen Sie sie ChatGPT, Perplexity, Gemini und Claude, jeweils mit Websuche.
- Notieren Sie, ob Ihr Betrieb vorkommt und welche Betriebe oder Portale stattdessen genannt werden.
- Wiederholen Sie den Test an zwei weiteren Tagen. Die Antworten ändern sich.
Wenn Sie diesen Test nicht von Hand machen wollen: Der KI-Sichtbarkeits-Check stellt 8 bis 10 solcher Fragen an vier KI-Systeme und zeigt, wer genannt wird.
Häufige Fragen
Brauche ich als kleiner Betrieb überhaupt eine eigene Website?
Für die Nennung in einer Antwort ist eine eigene Seite mit klaren Angaben die beste Grundlage. Ein Portaleintrag allein beantwortet Ihre Leistungen und Ihr Einsatzgebiet nicht.
Soll ich Preise ins Netz stellen?
Eine Orientierung, etwa „ab“ oder „typischerweise“, hilft Kunden und KI-Systemen. Verbindliche Angebote bleiben individuell. Achten Sie darauf, dass angegebene Preise stimmen und aktuell sind.
Was bringen Bewertungen?
Bewertungen auf Portalen tauchen oft als Quelle auf. Antworten Sie darauf sachlich und halten Sie Ihre Angaben dort aktuell. Gefälschte Bewertungen zu verfassen oder in Auftrag zu geben ist unzulässig (Quellen unten).
Wie oft sollte ich die Website aktualisieren?
Immer dann, wenn sich Leistungen, Preise, Erreichbarkeit oder Einsatzgebiet ändern, und mindestens einmal im Jahr durchsehen.
Quellen
Rechtsangaben auf dieser Seite, abgerufen am 9. Oktober 2026. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.
- § 5 DDG: Allgemeine Informationspflichten: Angaben zu Aufsichtsbehörde, Kammer und Berufsbezeichnung im Impressum.
- Anhang zu § 3 Abs. 3 UWG: Nr. 23c zu gefälschten Verbraucherbewertungen.